Sehr späte Sorten A - L

Ich teste je nach Verfügbarkeit jedes Jahr weitere Sorten, die sehr spät blühen sollen - die bisherigen Ergebnisse in unserer Region sind sehr unterschiedlich, die nachfolgend detailliert beschriebenen Sorten haben sich als exzellente Saison-Verlängerer erwiesen.

In kühleren Regionen können die als very late bloomer klassifizierten, hier aber etwas früher blühenden Sorten Black Cherry Type VT, Fuchsia Rose VT und Johnny Come Lately aber durchaus ebenso geeignet sein - ein Klick auf den Sortennamen führt sie zur ausführlichen Beschreibung (hier unter den late bloomern zu finden).

 

Fall Pink Melon VT

Diese nicht registrierte Sorte von Olallie aus Vermont ist in meinem Garten eine ganz besondere Ausnahme - sie beginnt als absolut letzte mit der Blüte (frühestens Mitte August) und blüht völlig unbeeindruckt von kühlen Nächten oder Regentagen bis Ende September unverdrossen weiter. Sie ist wie die anderen sehr späten Züchtungen von Olallie völlig winterhart.

Ihre leicht altmodisch wirkende Blütenform in Kombination mit der zarten Farbe wäre zur Hauptblüte recht unscheinbar - am Saisonsende punktet sie aber durch eine hohe Knospenzahl und die stattliche Blütengröße von 15 cm auf rd. 75 cm hohen Stielen. Die Blütenfarbe schwankt zwischen hellen Rosa- und Pfirsichtönen, in der Blütenmitte ist häufig ein zarter dunklerer Halo zu erkennen. Sie zeigt das bei Sorten in diesen Farben häufige diamond dusting (glitzernde Oberfläche), der Schlund wirkt goldgelb.

Ich bedaure es sehr, daß ich aufgrund der aktuellen Importsperre keine weiteren Olallie-Züchtungen mit dieser späten Blütezeit ankaufen kann (es gäbe noch etliche in anderen Farben, mit anderen Blütenformen) - so behält diese Sorte aufgrund ihrer herausragenden Qualität leider ihre Sonderstellung hier im Garten.

Die bisherigen Erfahrungen zeigen, daß sie die späte Blütezeit und die Blütengröße weitergibt - im Sämlingsgarten stehen einige bunte Kinder zwecks Registrierung unter genauerer Beobachtung.

Fall Pink Melon VT
Hochblüte
Ende August - mit vielen bestäubten Blüten und Knospen, die bis in den September reichen

 

 

Foggy Dew VT

Diese nicht registrierte Sorte stammt ebenfalls von Olallie aus Vermont. Meine bisherigen Beobachtungen lassen darauf schließen, daß sie einmal eingewachsen zum bud builder wird und sich dadurch die Blütezeit stark verlängert.

Hier erreicht sie eine Stängelhöhe von über 100 cm, ihre ca. 15 cm großen Blüten zeigen je nach Witterung warme Rosa- oder Rosètöne die zum Rand hin leicht aufhellen. In der Blütenmitte ist ein dunklerer Halo zu erkennen, der Schlund ist gelblich grün. Hier beginnt sie in der zweiten Juli-Hälfte mit der Blüte und hält damit bis ins erste Septemberdrittel durch.

Sie ist wie die anderen sehr späten Züchtungen von Olallie völlig winterhart und öffnet auch an kühlen Morgen einwandfrei.

 

Foggy Dew VT
Warme Töne
Foggy Dew VT
Kühlere Töne
Foggy Dew VT
Halo nach kaltem Morgen

Hemerocallis fulva var. littorea

Durch einen glücklichen Zufall bin ich zu dieser in Japan an der Küste wild wachsenden Taglilien-Wildform gekommen. Sie beginnt hier erst im letzten Juli-Drittel mit der Blüte und hält in der Regel hier zumindest bis Ende August durch. Angeblich soll sie sich hinsichtlich Ausbreitungsdrang ähnlich wie H. fulva, die bekannte braunrote Taglilie verhalten - bisher kann ich das nicht bestätigen.

Die Art hat 80-90 cm hohe Blütenstängel, die Blütengröße liegt bei ca. 13 cm und der gesamte Wuchs ist hier deutlich zierlicher als der von H. fulva. Die Blütenstängel fallen weicher aus, die Standfestigkeit ist daher nicht überzeugend. Die Blütenfarbe schwankt je nach Witterung zwischen warmgelb und karamellbraun, man kann manchmal ein leichtes Halo und helle Mittelrippen erkennen - die Blüten sind sternförmig. Für naturnahe Gärten ist sie aufgrund ihrer Anspruchslosigkeit sehr zu empfehlen.

Hemerocallis fulva var. littorea

 

 

Hurricane Eduard VT

Diese zierliche Züchtung (nicht registriert) stammt ebenfalls von Olallie aus Vermont und startet hier Anfang August mit der Blüte (hält meist bis Anfang September damit durch). Sie erreicht eine maximale Höhe von 60 cm und hat sternförmige Blüten mit ca. 14 cm Durchmesser.

Ihre Farbe ist schwer zu beschreiben - die Blütenblätter zeigen je nach Witterung eine Mischung aus kühleren oder wärmeren Rosatönen, eine hellere Mittelrippe ist häufig zu sehen, ebenso sind die Ränder meist heller gefärbt. Der Schlund ist gelb.

Sie hat schmales, grasartiges Laub und wächst leider sehr verhalten.  Mittlerweile hat sie sich hier endlich ausreichend vermehrt und erzeugt nun zu Saisonende einen erfreulichen 'Blumenstrauß' im Beet.

Hurricane Eduard VT

 

 

Late Summer Rose

Diese nicht registrierte Sorte habe ich von einem befreundeten britischen Taglilien-Gärtner an der walisischen Grenze bekommen - wie auch in seinem Garten blüht sie hier beginnend in den letzten Juli-Tagen bis Anfang September und verlängert mit ihren großen harmonisch geformten Blüten die Saison bis zum Sommerende.  

Mit einer Stängelhöhe von 80 cm und 18 cm großen Blüten in warmem Rosa harmoniert sie mit allen warmtonigen späten Taglilien und Stauden ganz hervorragend. Zur perfekten späten Taglilie fehlt ihr leider nur ein wenig Wuchsfreude - sie benötigt allerdings auch keine Sonderbehandlung und hat sich bisher als recht robust erwiesen.

Late Summer Rose

 

 

 

 

Weitere spät blühende Sorten finden Sie hier:

Zwischenergebnise und Fotos zu neuen spät blühenden Sorten finden sie hier:

Allgemeine Informationen zu sehr spät blühenden Sorten finden Sie hier:

Weitere saison-verlängernde Sorten finden sie hier: