Mehrmals blühende Sorten

Im warmen feuchten Klima Florida's blühen viele Tagliliensorten nach einer Ruhephase im Hochsommer ein zweites Mal. Diese mehrmals blühenden Sorten werden als rebloomer bezeichnet (Kennzeichen ‚Re‘ bei den Registrierungsangaben).

Leider tun sie das in der vergleichsweise kurzen Vegetationsperiode in Mitteleuropa in der Regel nicht – nur in Ausnahmejahren mit besonders langen und warmen Sommern kann man von August bis Oktober vereinzelt weitere Blütenstängel finden, die häufig aufgrund der dann schon zu kühlen Temperaturen nicht mehr aufblühen.

Wählt man aus diesen nachblühenden Sorten jene, deren Hauptblüte sehr früh im Jahr liegt und pflanzt sie an eine besonders geschützte/warme Stelle, hat man bessere Chancen auf eine Nachblüte im Herbst. Die einzelnen Blüten einer solchen Nachblüte sind optisch nicht immer identisch mit denen der Erstblüte - je nach Sorte und Witterung können sie blasser oder farbintensiver ausfallen.

Die Topfkultur solcher Sorten auf einer warmen Südterrasse hier hat sich bewährt. Die schützende Fassade im Rücken speichert Wärme und verbessert so die Nachttemperaturen, die Erde in den seitlich besonnten Töpfen weist ebenfalls höhere Temperaturen als in den Beeten auf und fördert die Ausbildung neuer Blütenstängel. Zudem kann man die Töpfe bei einem Kälteeinbruch einfach ins Haus stellen und sich weiterhin an der Nachblüte erfreuen.

Eine üppige Versorgung mit Wasser und Nährstoffen die ganze Saison über verbessert in jedem Fall die Voraussetzungen für eine zweite Blüte (bei Trockenheit entfällt auch in wärmeren Regionen die dort übliche Nachblüte).

Meine Erfahrungen mit diesen Sorten sind bisher noch gering – diese beiden kann ich allerdings wärmstens empfehlen, beide blühen hier schon mehrere Saisonen zuverlässig ein zweites Mal:

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Sie hat mittelgroße geäugte Blüten mit feinem Goldrand – hier in Rosè-Tönen, bei passenden Bedingungen kann sie auch recht rosa wirken.

Sie zeichnet sich durch eine hohe Winterhärte aus und benötigt keinen besonders geschützten Standort, um nachzublühen. Hier blüht sie üblicherweise in der 2. Junihälfte und dann nochmals im August.

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Visual Intrigue

Diese relativ großblütige Sorte zeigt je nach Witterung immer wieder unterschiedliche Augenmuster in dunklen Beerentönen mit hellen, manchmal silbrigen Linien. Die Grundfarbe ist hier instabil und schwankt zwischen hellem Creme, zarten Gelb und lichtem Mangoorange.

Angeblich ist sie eher winterempfindlich, hier geschützt vor Feuchtigkeit unter der Dachtraufe im Topf hatte sie bisher noch keinerlei Kälteschäden.

Hier blüht sie meist schon in der 2. Maihälfte und dann nochmals im Oktober – 2015 hat sie aufgrund des kühlen Herbstes erst im November mit der Nachblüte begonnen, die dann im Dezember im Haus zu Ende ging.

Visual Intrigue Rebloom Nov. 2015
Letzte Blüten im Haus Dezember 2015

Fällt der Sommer lange und warm aus, blühen hier nach:

Black Arrowhead, Early Fragrance, Egyptian Queen, Ledgewood’s Calico Blues  und Song Writer

Early Fragrance -
Rebloom im August 2012
Ledgewood's Calico Blues -
Rebloom im Herbst 2015
Song Writer -
Rebloom August/September 2015

Derzeit im Test: Hemerocallis minor und Hemerocallis middendorffii

Bei diesen beiden handelt es sich um sehr früh blühende und stark duftende Wildformen (sogenannte species). Fotos folgen, sobald verfügbar.

Einen Spezialfall unter den mehrmals blühenden Sorten stellen die sogenannten northern rebloomer dar. Darunter versteht man Sorten, die auch unter mitteleuropäischen Klimabedingungen zuverlässig zumindest ein zweites Mal pro Saison blühen  – Informationen dazu finden sie hier

 

Allgemeine Informationen zu Sorten mit speziellen Blütezeiten finden Sie hier:

Weitere saison-verlängernde Sorten finden sie hier: