Schwarz wirkende Sorten

Die Faszination für schwarze Blüten macht auch vor der Taglilienzucht nicht halt, seit vielen Jahren werden immer dunklere Purpur- und Brauntöne gezüchtet, über die man sich an diese 'Nichtfarbe' annähert. Diese bei optimalen Bedingungen 'schwarz' wirkenden Sorten werden als near blacks bezeichnet. 

In den letzten Jahren konnten zusätzlich beachtliche Erfolge mit erstaunlich blauschwarz erscheinenden Augenmustern erzielt werden.

Schwarz erhitzt sich bei Sonnenbestrahlung sehr rasch – dies hat bei der Zucht fast schwarz wirkender Taglilien-Sorten zu sehr unterschiedlichen Ergebnissen geführt.

  • Es existieren inzwischen sehr dunkle Sorten, deren Blüten bei direkter Sonnenbestrahlung rasch unansehnlich glänzend und schlaff werden (‚verledern‘) aber auch Sorten, die ihre tiefdunkle Farbe erst bei Pflanzung an besonders warmen Plätzen entwickeln und ansonsten verwaschen kakaobraun blühen. Eine Kombination beider Ergebnisse habe ich auch schon beobachtet – die Wahl des Pflanzplatzes ist daher von entscheidender Bedeutung, wenn man sich an den magischen dunklen Blüten erfreuen möchte.

  • Bei allen Versuchen hier hat sich herausgestellt, daß warme Pflanzplätze die dunkle Ausfärbung prinzipiell verbessern. Man wählt daher idealerweise windgeschützte Stellen; eine wärmespeichernde Mauer oder größere Steine in unmittelbarer Umgebung sind von Vorteil, die Abdeckung der Pflanzstelle mit eher dunklerem mineralischem Mulch bringt ebenso einen Wärmegewinn (Vorsicht: keinen schwarzen Kies etc. wählen – dadurch steigen die Temperaturen extrem an und Hitzeschäden sind zu befürchten).

  • Ist die Sorte zusätzlich sonnenempfindlich und neigt zum Verledern, schafft eine temporäre Schattierung für die heißeste Zeit des Tages (12.00 – 16.00 Uhr) Abhilfe – ein lichtes Gehölz oder eine passend platzierte Großstaude ist dafür ideal.  

  • Bei den sehr dunklen Sorten konnte ich keinen so starken Einfluß der Wasserversorgung auf die Ausprägung der Blütenfarbe feststellen wie bei anderen Farbtönen – trotzdem sollte man auf ausreichende Bewässerung achten, weil der Bedarf der Pflanze an sehr warmen Pflanzstellen höher ist und bei schlechter Versorgung Knospen abgeworfen bzw. Blüten nicht optimal entfaltet werden.

Aufgrund der Erfahrungen der letzten Jahre habe ich inzwischen die meisten der near blacks an warme südseitige Standorte mit lichter Beschattung über die heißeste Tageszeit verpflanzt. In der nachfolgenden Sortenübersicht sind die wenigen Ausnahmen, die aktuell noch vollsonnig stehen gekennzeichnet (einige zu Testzwecken - Ergebnisse wird die Blühsaison 2016 liefern). 

Die reale Farbwirkung schwarz erscheinender Blüten läßt sich leider mit der Kamera nur annähernd einfangen (auf vielen Fotos liegt über dem satten dunklen Ton ein grauer Schleier). Ist eine Sorte sehr wärmebedürftig, zeige ich zusätzlich die Fehlfarben an kühlen Tagen, soferne davon Fotos vorhanden sind.

Night Wings ist live die Sorte mit der schwärzesten Wirkung; sie und Voodoo Dancer sind auch relativ unempfindlich auf kühlere Temperaturen.


Zum Vergrößern bitte Vorschau-Bilder anklicken. Bewegt man den Mauszeiger über ein Bild, erscheint der Name der gezeigten Sorte.

Schwarz wirkende Sorten:
Black Pearl, Brookwood Black Kitten, Bucky Balls, Dakar, Night Wings, Voodoo Dancer

Derzeit im Test:
Una Semana Con Juan, Apophis

Fotos dieser Sorten folgen, wenn sie die ersten Blüten öffnen.

Schwarzäugige Sorten: 
Ebony Pools, Halloween Hocus Pocus

Derzeit im Test:
Broadway Phantom, Spacecoast Devil‘s Eye, Strawberries and Chocolate

Fotos dieser Sorten folgen, wenn sie die ersten Blüten öffnen.

 

Allgemeine Informationen zu Sorten mit speziellen Farben finden Sie hier: Spezielle Farben

Hier finden Sie Informationen zu Sorten aus folgenden Farbgruppen: