Anzucht von Sämlingen

Die Anzucht von Taglilien aus Samen ist relativ einfach, liefert aber keine sortenechten Nachkommen; sortenechte Vermehrung ist nur über Teilung der Mutterpflanze möglich – siehe Vermehrung

  • Taglilien werden im Garten relativ häufig von Schwebfliegen bestäubt und setzen, wenn man die Blüten vom Vortag nicht jeden Morgen ausbricht, dicke grüne Samenkapseln an. Diese Samenkapseln (bee pods genannt) werden im Laufe des Sommers trocken und verfärben sich bräunlich. Sind die Samen ausgereift, öffnen sie sich. 

Bild in Lightbox öffnen (open image in lightbox). Bestäubung erfolgreich, die Samenkapsel ist bereits zu sehen
Bild in Lightbox öffnen (open image in lightbox). Bee Pods - bienenbestäubte Kapseln auf diploider Sorte
Bild in Lightbox öffnen (open image in lightbox). tetraploide dicke Samenkapseln halbreif
Bild in Lightbox öffnen (open image in lightbox). tetraploide Samenkapseln - manchmal sind sie pigmentiert
Bild in Lightbox öffnen (open image in lightbox). Fast ausgereifte Samenkapsel - bereits erntereif
Bild in Lightbox öffnen (open image in lightbox). Reife Kapsel mit Samen (meist sind mehr als drei drinnen)
Bild in Lightbox öffnen (open image in lightbox). Samen einer tetraploiden Kreuzung - dicker und runder als bei diploiden

 

  • Möchte man selbst Taglilien aussäen, muß man diese Samenkapseln ernten, die Samen auslösen, und sie ein paar Tage trocknen lassen. Es wird empfohlen, sie danach für zumindest für einige Wochen kühl zu lagern, um die Keimruhe zu überwinden. Auch wenn diese Kühlperiode nicht zwingend nötig sein mag, hat es sich bewährt, die Samen bis zur Aussaat im folgenden Frühjahr in gut verschlossenen Behältern (ich verwende Proberöhrchen aus dem Laborbedarf) im Kühlschrank aufzubewahren.   

  • Sobald die Tageslänge für die Aussaat ausreicht (ab Mitte Februar, in nördlicheren Regionen besser später) kann es losgehen: 
    Aussaaterde in flache Schalen oder Anzuchtkästen verteilen, die Samen wässern, bis sie wieder prall sind und dann auf der Erde verteilen (leicht hineindrücken, abdecken mit Erde ist nicht nötig). 

    Konstant leicht feucht halten und abwarten; meist keimen die Samen innerhalb von 2-3 Wochen. Sobald die Jungpflanzen 3-4 Blätter haben, kann man sie vereinzeln (pikieren). Wird es draußen wärmer, gewöhnt man sie wie andere Jungpflanzen auch langsam an die Bedingungen im Freien (Temperaturen, UV-Strahlung).

  • Ausgepflanzt wird, sobald es draußen frostfrei ist. Werden die Jungpflanzen gut versorgt (Dünger, Wasser) und die Witterung spielt mit, blühen sie in der folgenden Saison, sonst ein Jahr später. Die ersten Blüten sind meist noch nicht aussagekräftig - anhand der Blüten und des Wuchsverhaltens der nächsten beiden Jahre kann man dann besser beurteilen, ob sie eine Bereicherung für den Garten darstellen.

 

Weitere Informationen zur Vermehrung von Taglilien finden Sie unter:


Weitere allgemeine Informationen zur Taglilienkultur finden sie unter:  Kulturbedingungen, Kulturprobleme und Verwendung im Garten.