Schädlinge

Auch wenn Taglilien relativ robuste und unkomplizierte Gartenpflanzen sind, kann man auch bei ihnen mit Schädlingsbefall konfrontiert werden - der lästigste von Ihnen, die Hemerocallis Gall Midge ist inzwischen leider auch in vielen Regionen Europas verbreitet.  

Hemerocallis Gall Midge (Contarinia quinquenotata)
Dabei handelt es sich um eine kleine Mücke, die während der Knospenbildungsphase vor allem der frühen Sorten aktiv ist und ihre Eier in die noch kleinen Knospen legt, in denen sich dann die Larven entwickeln. 

  • Die befallenen Knospen zeigen einen verkrüppelten Wuchs (an der aufgetriebenen Form leicht zu erkennen) und fallen oft auch ab. Die Larven lassen sich am Ende ihrer Entwicklung zu Boden fallen und überwintern dort.

  • Die Mücke tritt nur am Saisonbeginn (maximal bis zur Saisonmitte) mit einer Generation pro Jahr auf – späte Sorten bleiben davon verschont; auch werden nicht alle Sorten gleich stark befallen (die hier sehr häufige und auch verwilderte H. fulva jedoch sehr stark und sorgt so für reichlich Mücken-Nachschub).

  • Als Sofortmaßnahme zur Bekämpfung ist es ratsam, alle befallenen Knospsen abzupflücken und sie in einem gut verschlossenen Beutel mit dem Hausmüll zu entsorgen. Damit reduziert man den Befall, was aber nicht immer ausreichend ist. Systemische Insektizide haben diesbezüglich bessere Chancen – hier im Garten hat die Erfahrung gezeigt, daß eine zumindest 2malige Anwendung während der kritischen Phase des Mückenflugs die Ausfälle gegen null gehen läßt.

Die folgenden Fotos zeigen normale Knospen (von großblütigen und von spinnenförmig blühenden Sorten) und zum Vergleich die aufgetriebenen befallenen Knospen. Schneidet man eine befallene Knospe auf, findet man die kleinen weißen sehr beweglichen Maden - auf der Messerklinge erkennbar.   

Hemerocallis Gall Midge - normale und befallene Knospen


Thripse
Die nur 1-3 mm langen Insekten verursachen durch ihre Saugtätigkeit auf Blättern aber vor allem auch auf dunklen Blüten unzählige kleine helle Flecken. Trockene Luft und übermäßige Stickstoffdüngung begünstigt das Auftreten.

  • Bei Taglilien wird empfohlen, sie vorbeugend in Trockenphasen gut zu wässern. Bisher habe ich damit keine Probleme gehabt - vielleicht, weil hier alle Taglilien automatisch bewässert werden und deshalb nicht unter Trockenstreß leiden.

  • Sind Pflanzen bereits befallen, soll eine Spritzung mit systemischen Insektiziden gute Erfolge bringen (es sind aber auch Empfehlungen für biologische Pflanzenschutzmittel z.B. auf Rapsöl-Basis zu finden), weiters wäre auch der Einsatz von Raubmilben denkbar.

 

Spinnmilben
Die extrem kleinen Spinnentiere (0,5 - 1 mm lang) saugen an den Unterseiten der Blätter, diese zeigen feine helle Pünktchen. Bei stärkerem Befall kann man auch sehr feine Gespinste erkennen. Wie Thripse treten sie auch bei trockener, stehender Luft verstärkt auf - zu stickstoffbetonte Düngung soll ebenfalls die Anfälligkeit der Pflanzen verstärken.

  • Auch bei Spinnmilben soll ausgiebiges Wässern in Trockenphasen vorbeugend wirken - ebenso eine ausgewogene Düngung ohne Stickstoff-Überhang.

  • Aufgrund der schützenden Gespinste helfen angeblich nur systemische Pflanzenschutzmittel; hier sind sie nur einmal bei der Kübelkultur in einer windgeschützten Ecke aufgetreten – mit mehrmaliger Rapsölspritzung sind sie wieder verschwunden.

 

Schneckenfraß
Je nach Wetterbedingungen und sonstigem Nahrungsangebot vergreifen sich auch Schnecken immer wieder einmal gerne am Neuaustrieb, an Blüten und an Jungpflanzen. Ausgereifte Blätter werden meist verschmäht.

  • Schneckenbekämpfung im Garten ist ein unendliches Thema das je nach Grundeinstellung des Gartenbesitzers unterschiedlich gehandhabt wird.

  • Ich empfehle aus eigener Erfahrung die rechtzeitige Ausbringung von umweltfreundlichem Schneckenkorn, weil hier extremer Fraß schon ganze Fächer und Jungpflanzen vernichtet hat. Absammeln oder andere mechanische Bekämpfungsmethoden sind hier aufgrund der sehr dicht bepflanzten Beete voller Knospen und Blüten mit zu großen Pflanzenschäden verbunden.

 

Allgemeine Informationen finden Sie unter Kulturprobleme.

Weitere Details finden sie unter Krankheiten und Enttäuschende Ergebnisse.